Montag, 29. Oktober 2007

Teneriffa und seine Krankenhäuser

Auf Teneriffa und den geplanten anschließenden Ausflug nach La Palma hatten wir beide uns sehr gefreut. Es gab allen Grund voller Vorfreude zu sein: Wir hatten das Glück, dass uns für zwei Tage ein Dach über dem Kopf gesichert war, und zwar nicht nur ein Dach, sondern ein tolles Ferienhaus von Freunden meiner Eltern. Zudem waren Dejan und Matthias mit von der Partie und wir hatten ein billiges aber sehr gutes Auto gemietet und jede Menge vorgehabt.
Freitags morgens nahmen Mira und ich die erste Fähre um 7 Uhr, die uns um 10 Uhr in Santa Cruz ablieferte.
Dort wollten wir unsere schweren Rucksäcke irgendwo einschließen.. das ging aber nicht, weil es nirgendwo Schließfächer gibt bzw. keiner wusste, wo die sein sollten..
So holten wir etwas früher als geplant das Auto ab und fuhren auf die andere Seite der Insel zum Haus um uns im Anschluss daran die westliche Seite dort anzuschauen. Sehr schön und viel mehr bietend als Gran Kanaria. Doch an diesem Nachmittag ging es dann schon los: Mira hatte Rückenschmerzen und bekam plötzlich Schüttelfrost. Die Rückenschmerzen hatte sie schon länger, wir dachten aber das seien die Folgen des schweren Trips zum Playa Guigui, und da sie eh ne Wirbelsäulenfehlstellung hat, relativ normal.
Am Abend erwarteten wir dann Mattias mit Dejan, der aufgrund einer Prüfung erst am Abend nachkommen konnte.
Die Rückenschmerzen wurden so schlimm, dass wir mit meinem Vater telefonierten, der uns dann schon offenbarte, dass es wohl nichts mit dem Rücken, sondern viel mehr mit der Blase oder den Nieren zu tun hat. So fuhren wir nach Puerto de la Cruz, um einerseits die beiden dort gestrandeten Companeros abzuholen und andererseits eine Notdienstapotheke aufzusuchen.
Die kommende Nacht war sehr unangenehm, denn Schlaf war eher Mangelware, Schüttelfrost hörte nicht auf bei Mira, deren Magen zudem auch noch streikte.
So fuhren wir um halb 10 wieder die 40 km nach Puerto de la Cruz zum Arzt, der ihr Antibiotika verschrieb. Auch wir dachten, dass damit das Größte hinter uns liege, doch das Gegenteil war der Fall. Zuhause stellten wir fest, dass Miras Magen so gut wie nichts annahm, und so auch das Antibiotika nicht in den Körper gelangen konnte.. da sich ihr Zustand weiter verschlechterte, entschlossen wir uns zum Arzt im Heimatort zu gehen, der uns aber wieder ins Krankenhaus nach Puerto de la Cruz schickte.
Dort wurden nach obligatorischer Wartezeit Tests gemacht, deren Ergebnis dann Nierenentzündung war. „Das bleibt nicht bei einer Nacht im Krankenhaus“ so die Deutsche, die dort arbeitete.. Hinzu kam, dass dieses Hospital „völlig überfüllt“ sei. Also wurde Mira nach 3 Stunden Warterei im Krankenwagen nach Santa Cruz gefahren, was 70 Kilometer von unserem Haus entfernt liegt. Dort wurden wieder alle möglichen Tests gemacht, aber vorher warteten wir wieder 2 Stunden, in denen die Infusionen nicht liefen.
Ein großes Problem war die Sprachbarriere, die in diesem Fall weder mit meinem spärlichen Spanisch noch mit Englisch überbrückt werden konnte, weil nämlich keiner in diesen spanischen Krankenhäusern richtig englisch sprechen kann, was uns sehr verwunderte. So musste es also auf Spanisch gehen.
So sagten sie uns dann um 23 Uhr, dass dieses Krankenhaus für den Wohnbezirk Los Silos (der Ort, in dem das Haus steht) nicht zuständig sei und man deswegen in ein anderes Hospital verlegt werden müsse. Wieder warten, um dann nach einer Stunde wieder mit dem Krankenwagen in das nächste Hospital zu fahren. Dort wurden, natürlich, wieder erstmal Tests gemacht.. dabei durfte ich aber nicht dabei sein, weswegen ich mich dann notgedrungen verabschiedete. Dejan, Matthias, die bisher in der Stadt irgendwo auf mich gewartet hatten, holten mich ab und wir fuhren nach Los Silos, schliefen dort, machten sauber und verließen das Haus in Richtung Santa Cruz. Dort stellten wir dann fest, dass Mira die Nacht auf dem Korridor nahe der Notaufnahme verbracht hatte, seit der Nacht kein Doktor mehr vorbeigekommen war und sie zwar irgendwelche Tests mit ihr machen wollten, aber man nicht wisse, wann man sie durchführen könne. Zudem dürfte ich nicht bei ihr bleiben, da sie noch im Notaufnahmebereich liege und sich dort niemand aufhalten dürfe.
Glücklicherweise waren Matthias und Dejan, jeweils mit recht gutem Spanisch ausgestattet, dabei, machten etwas Druck und erklärten, dass wir alles andere als zufrieden seien.
Daraufhin wurde der Test durchgeführt, der besagte, dass keine Komplikationen vorhanden seien, und da ihr es etwas besser gehe, könne sie auf ihren Wunsch hin die Klinik verlassen.
Im Endeffekt waren wir 5 Stunden später nach Fähr-, Taxi- und Busfahrten in meinem Piso zurück in Las Palmas.
Jetzt nimmt sie Antibiotika und es geht ihr zum Glück immer besser.
Das war unser Ausflug nach Teneriffa… Prost!

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Mira (Gast) - 30. Okt, 23:45

Besser

Danke für die ganzen lieben Besserungswünsche... mir geht es schon wieder gut!
Habe gerade für die Teneriffa-Reisecrew gekocht, um sie wenigstens ein bisschen für das verkorkste Wochenende zu entschädigen und mich für ihre große Hilfe zu bedanken.
Jetzt gibts eine private Gittarrensession ;) Da halt ich mich aber lieber raus - ihr wisst warum *grins*

Ich drück euch,
Mira

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pf
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